Wieder da
- 1. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Hallo liebe Leser,
die letzten Monate habe ich nichts geschrieben. Der Grund waren viele Termine und das Leben. Wie bei jedem von euch, kommen immer wieder Zeiten, die nicht so gut sind, dann zieht man sich zurück und wartet darauf, das der Kopf wieder frei wird.
Heute möchte ich euch schreiben, wie es zu unserer Selbsthilfegruppe gekommen ist. Nicht ganz, etwa zwei Jahren nach Timo seinem Unfall, gab es in unserem Landkreis wieder einen schrecklichen Unfall. Wenn ich von so einem Ereigniss höhre oder lese, kommen die Gefühle wieder hoch, wie es bei uns war. Was die Eltern jetzt durchmachen müssen und wie sich das Leben verändert.
Als ich dann den Namen der Familie erfuhr, war ich nochmal mehr getroffen. Die Eltern kenne ich gut aus meiner Jugend und Schulzeit. Nach einiger Überlegung, setzte ich mich hin und schrieb einen Brief an die Eltern. Ich beschrieb unsere schlimmste Zeit und wie sich das Leben verändert. Da trauernde Eltern ihr eigenes Tempo brauchen, um Dinge zu erledigen, schrieb ich auch, das, wenn sie sich melden möchten, den Zeitpunkt selbst bestimmen.
Die Mutter meldete sich dann doch ziehmlich schnell, mit Sicherheit auch, weil wir uns kennen. Wir machten einen Termin aus und dann kam sie auch bald zu uns nach Hause. Solche Treffen sollte man in einer geschützten Umgebung machen und nicht in der Öffentlichkeit. Wir blieben dann in Kontakt, was uns gut tat. Dann kam der Tag X, und der nächste tragische Unfall geschah. Diesmal war es eine junge Frau, deren Familie uns nicht bekannt war, aber aus unserem Landkreis. Wieder diese Gedanken und das starke Mitgefühl. Auch dieser Familie schrieb ich, da wir uns nicht kannten und die Überwindung dann größer ist, mit dem Hinweis, den Brief zu den Trauerkarten zu legen. Das hat den Grund, das wir unser Gehirn in dieser Situation nicht trauen können. Man vergisst die einfachsten Dinge, wenn man dann nach einiger Zeit etwas sucht, ist es gut einen Platz für wichtige Unterlagen zu haben. Bis die Mutter sich meldete, dauerte es etwas länger. Aber auch wir trafen uns dann und blieben in Kontakt. Nun waren wir zu viert, mit der Mutter die wir seiner Zeit kennengelernt hatten. Wir trafen uns dann ab und zu und manchmal auch mit den Vätern. Leider folgten dann zwei weitere Unfalle mit jungen Männern, auch dort meldeten wir uns und kamen in Kontakt. Es kam dann der Gedanke bei mir auf, das es leider früher oder später wieder passieren wir, und unsere Treffen öffentlich zu machen. Ich erkundigte mich, und nahm dann Kontakt mit Frau Strauchmann auf, die für alle Selbsthilfegruppen beratend zur Seite steht. Wir bekamen eine Raum gestellt, ich entwarf Flyer und wir wurden in der Zeitung erwähnt um auf uns Aufmerksam zu machen.
Wie ihr unter"Kontakt" lesen könnt, treffen wir uns regelmäßig immer an der angegebenen Adresse.





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