Dezember
- silkeni432
- 12. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Heute möchte ich über meine Gefühle in der Adventszeit schreiben. Vor Timo seinem Unfall, war es für mich eine schöne Vorweihnachtszeit, mit Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt, Keksen und alles was dazu gehört. Dann kam 2019 und seitdem ist für andere Weihnachten und Advent, für mich ist Dezember. Das erste mal Weihnachten ohne Timo, war ein Kampf alles beizubehalten, wir haben ja noch unsere Tochter. Es gab Geschenke und gutes Essen, aber wir waren Stumpf und, wie soll ich es Beschreiben, Emotionslos. Wir hatten uns drei und das tat gut, aber es wurde uns klar, das wir das heile Welt G
esäusel nicht mehr wollten.
Das ist seit dem unsere Art damit umzugehen, andere Eltern, die den gleichen Verlust erlitten haben, holen sich den größten Baum und schmücken die Wohnung bis unters Dach. Ich will damit sagen, alles was wir machen oder auch lassen, ist richtig und gut.
Dann ist da ja noch Silvester, für mich fast noch schlimmer als Weihnachten. Wieder ein Jahr der Trauer hinter uns, und wieder ein Jahr der Trauer vor uns. Ja, die Gefühle ändern sich und mit der Zeit wird es leichter. Aber es gibt etwas, was ich wirklich nicht mehr hören kann... Frohes neues Jahr... Ich arbeite im Einzelhandel und die meisten Kunden wissen nicht, wie es in meinem Herzen aussieht. Zu diesen Kunden bin ich natürlich freundlich und sage was man so sagt. Das kostet mich unsagbar viel Kraft, aber dann kommen Bekannte, oder Arbeitskollegen und wünschen einem ein frohes Neues....trauernde Eltern haben kein frohes Jahr vor sich... Wir versuchen ein gutes Jahr hinzubekommen. Denn in unserem Kopf geht die Endlosschleife wieder los, es kommt der Unfalltag, der Tag an dem wir uns von Timo verabschiedet haben, die Trauerfeier, sein Geburtstag und und und. Alle wieder von vorne. Und da kommt es mir wieder in den Kopf, wie wichtig es ist, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen, denn nur dort werden wir wirklich verstanden, für alle anderen ist es ein frohes neues Jahr, und das ist ja auch gut so. Ich wüsche mir für dieses Jahr, das möglichst viele Eltern ohne Verlust durchs Jahr kommen.





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